Deutsches Exilarchiv Dauerausstellung, Frankfurt am Main

Die Daueraustellung des Deutschen Exilarchives 1933 – 1945 wurde im Dezember 2024 wiedereröffnet. FRAMEGRABBER hat die Ausstellung als verantwortlicher Ausstellungsgestalter grundlegend überarbeitet und modernisiert. Durch Einsatz künstlerisch-medialer Inszenierungen und interaktiver Medienangebote konnte die Attraktivität des Angebotes gerade für junge Zielgruppen deutlich gesteigert werden. FRAMEGRABBER war dabei durch sämtliche Leistungsphasen von LPH 1 bis LPH 7 verantwortlich für die Konzeption, aber auch für die Realisierung als Generalübernehmer.

 

Installation „Was bleibt?“ 

Im Zentrum der Ausstellung begegnen die Besucher*innen einer vielstimmigen Bild-Ton-Collage, die Clemens Walter und Yael Reuveny in Zusammenarbeit mit FRAMEGRABBER künstlerisch gestaltet haben.

Ein poolartiges Becken in der Raummitte wird im Bodenbereich mit einem 85“ Monitor bespielt. Auf dem umlaufenden 10cm breiten “Beckenrand“ befinden sich an sechs Positionen Sensoren, über die Besucher*innen eine Bespielung auslösen können.

Die Grundbespielung ist durch nebelartige Grafikanimationen verschleiert. Beim Auslösen eines Sensors lichtet sich der Nebel und gibt eine bestimmte Situation/Erinnerung frei. Dazu ist dezenter offener Ton vom Grunde des „Pools“ zu hören. Eine verspiegelte Skulptur über dem Pool macht Reflektionen des Screens in verfremdeter Form im Raum sichtbar.

 

Critical Thinking

Über Touch-Monitore können die Besuchenden zu verschiedenen Fragen an interaktiven Abstimmungen teilnehmen. Die Stimmabgabe erfolgt entweder direkt über den Touch-Monitor oder über das Smartphone auf einer über QR-Code abrufbaren Webseite. So können viele Besuchende parallel abstimmen.

Das Ergebnis der Abstimmung wird in Echtzeit angezeigt, wodurch die Besucher*innen ihr Votum im Verhältnis zu dem der anderen Besucher einordnen können.

 

Der Reisende

Adaption einer immersiven Inszenierung von „The Passenger – Der Reisende“ von Ulrich Alexander Boschwitz. Bis zu 15 Besucher*innen können in zwei nachgebildeten Zugabteilen die audio-visuelle Installation erleben. Aufeinander abgestimmte Lichtprojektionen und Effekte in den Abteilfenstern, Bodenprojektionen und Sound-Bespielungen erwecken den Eindruck, sich in einem fahrenden Zug zu befinden und dort das Erzählte – die Flucht aus Deutschland - zu erleben. FRAMEGRABBER verantwortete sowohl die bauliche und medientechnische Planung wie auch die Realisierung der Installation.

 

Erklärfilme und Exponatfilme

Die Exponate der Ausstellung wurden durch kontextualisierende Filmbeiträge ergänzt. FRAMGRABBER produzierte hierfür u.a. sechs kurze animierte Erklärfilme, die zentrale Begriffe wie „Passage“ „Emigration“ oder „Heimat“ erläutern. Die Filme kombinieren Cut-Outs von Originaldokumenten und -fotos mit schematisch angelegten Figuren und einem plakativen Soundesign.

 

Epilog

Am Ausgang der Ausstellung befindet sich eine Galerie mit sechs lebensgroß dargestellten Interviews in identischer Optik. In diesen Interviews blicken Menschen mit Exilerfahrung wie der türkische Journalist Can Dündar oder die weißrussische Dichterin Volha Hapeyeva auf die Erfahrungen des Exils und dessen Bedeutung für ihr Leben. Die Interviews wurden von FRAMEGRABBER nahe der Wohnorte der Interviewpartner aufgezeichnet.

Der Ton wird über Einhandhörer ausgegeben. Für Gruppenbesuche ist zudem ein Modus wählbar, indem jeweils ein Film zurzeit mit offenem Ton abgespielt werden kann.

 

Mediaguide zur Vertiefung

Auf Tabletts können die Besuchenden zahlreiche Vertiefungsangebote zur Dauerausstellung wahrnehmen wie z.B. Kurzbiografien zu Personen. Außerdem können die Auswanderungsrouten auf Karten nachvollzogen werden. Die Mediaguides werden über ein CMS gespeist, das vom Exilarchiv selbst weiter mit Daten gefüllt werden kann.

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